Der Forest Stewardship Council® (FSC®) (SIG-Lizenzcode: FSC™ C020428) definiert Standards für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung im Konsens mit sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Interessengruppen, die in drei Mitgliedskammern vertreten sind. Nationale FSC-Organisationen erarbeiten Standards, die den spezifischen Waldtypen, den Gegebenheiten der einzelnen Länder und den Bedürfnissen der nationalen Interessengruppen Rechnung tragen. Das FSC®-System basiert im Wesentlichen auf zwei miteinander verbundenen Zertifizierungsarten: der Waldbewirtschaftungszertifizierung (Forest Management, FM), die bestätigt, dass ein Wald verantwortungsvoll gemäß den Prinzipien und Kriterien des FSC® bewirtschaftet wird, und der Produktkettenzertifizierung (Chain of Custody, CoC) zur Rückverfolgbarkeit von FSC®-zertifiziertem Material entlang der Wertschöpfungskette. Für Wertschöpfungsketten, die keinen 100-prozentigen Anteil an FSC-zertifiziertem Material erreichen können, bietet der FSC die Möglichkeit, Material aus anderen kontrollierten Quellen beizumischen. Die Überprüfung kontrollierter Quellen ist im FSC-Standard für kontrolliertes Holz definiert. Zertifizierungsstellen können für die FSC-Zertifizierung akkreditiert werden und sind dann berechtigt, Waldbesitzer und Unternehmen zu zertifizieren, indem sie durch Audits überprüfen, ob diese die FSC-Standards einhalten.
Was sind die FSC®-Standards?
Die offenen und transparenten Standards des FSC® beinhalten Schutzmaßnahmen, die sicherstellen, dass Waldbesitzer und Unternehmen entlang der gesamten Holzlieferkette die Grundsätze einhalten, die gesunde und widerstandsfähige Wälder schützen.
Die 10 FSC®-Prinzipien
Sie wurden so entwickelt, dass sie für verschiedene Arten von Waldökosystemen sowie in unterschiedlichen kulturellen, politischen und rechtlichen Kontexten relevant sind, und verlangen von allen Bewirtschaftern zertifizierter Wälder, dass sie:
- alle geltenden Gesetze einhalten;
- das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen der Arbeitnehmeinnen und Arbeitnehmer erhalten oder verbessern;
- die Rechte indigener Völker wahren;
- das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften erhalten oder verbessern;
- ihre Produkte und Dienstleistungen so verwalten, dass ihre langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit, ihr sozialer Nutzen und ihr ökologischer Nutzen erhalten bleiben oder verbessert werden;
- die Ökosystemleistungen und ökologischen Werte bewirtschafteter Wälder erhalten, schützen und/oder wiederherstellen sowie negative Umweltauswirkungen vermeiden, beheben oder mindern; und
- einen Managementplan aufstellen, in dem ihre wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Leitlinien und Ziele dargelegt werden;
- Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele nachweisen;
- hohe Naturschutzwerte erhalten oder verbessern;
- sicherstellen, dass alle Managementaktivitäten den FSC®-Prinzipien und -Kriterien entsprechen.
Ausführliche Beschreibungen dieser Grundsätze sowie der Kriterien, anhand derer festgestellt wird, ob die Grundsätze eingehalten werden, finden Sie hier.
Als einziges Waldzertifizierungssystem, das dem ISEAL-Kodex entspricht, stehen die Standards des FSC® für internationale Best Practice. ISEAL ist der weltweite Verband für freiwillige Nachhaltigkeitsstandards.
Wie wird ein Wald FSC®-zertifiziert?
Die Zertifizierung wird von unabhängigen, externen Zertifizierungsstellen durchgeführt, nicht vom FSC® selbst. Die Zertifizierungsstellen müssen beim FSC akkreditiert sein und werden von der FSC-Organisation beaufsichtigt. Ein Waldbesitzer stellt einen Antrag bei einer Zertifizierungsstelle, durchläuft ein Audit vor Ort und erhält bei Erfüllung der Anforderungen ein Zertifikat mit einer Gültigkeitsdauer von fünf Jahren; danach finden jährliche Audits statt. Eine Zertifizierung kann einzelne Organisationen, Organisationen mit mehreren Standorten (Multi-Site-Zertifikat) oder eine Gruppe unabhängiger Organisationen (Gruppenzertifikat) umfassen. Eine Chain-of-Custody-Zertifizierung ermöglicht drei verschiedene Nachverfolgungsmodelle für zertifizierte Materialien (Transfer, Gutschrift und Prozentsatz). Die Materialinputs können aus FSC®-zertifizierten Wäldern, aus wiederverwerteten Quellen oder aus kontrollierten Holzquellen stammen.
Nur zertifizierte Unternehmen dürfen das FSC®-Label verwenden und FSC®-Angaben auf Produkten machen, die aus zertifizierten Rohstoffen hergestellt wurden, wodurch die Rückverfolgbarkeit vom Wald bis zum Markt gewährleistet wird.

Wer führt den FSC®?
Der FSC® wird von seinen Mitgliedern über ein ausgewogenes Abstimmungssystem geleitet, das ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen das gleiche Gewicht beimisst. Sein einzigartiges Führungsmodell vereint mehr als 1.200 Mitglieder – von indigenen Völkern bis hin zu globalen Unternehmen – durch eine gerechte Stimmverteilung, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Perspektiven zu vertreten. Dies ermöglicht demokratische Entscheidungen, die nachhaltige Lösungen für Wälder, Menschen und Unternehmen vorantreiben.
Nationale FSC-Organisationen werden gegründet, um die länderspezifischen und waldspezifischen Anforderungen in den Standards zur Waldbewirtschaftung zu berücksichtigen.



